Über KWB Sieniawa


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Braunkohlebergwerk „Sieniawa“ – das älteste polnische Bergwerk

Das Braunkohlebergwerk „Sieniawa“ GmbH [Kopalnia Węgla Brunatnego “Sieniawa” Sp. z o.o.] ist in geologischer Hinsicht eine Perle der Woiwodschaft Lebus. 2009 wurde das Bergwerk „Sieniawa“ in den Katalog des Umweltministers unter die 100 interessantesten geoturistischen Objekte Polens aufgenommen. Und die Polnische Wirtschaftskammer „Ökoentwicklung“ [Polska Izba Gospodarcza „Ekorozwój“] hat das Bergwerk mit dem „Grünen Lorrber“ [„Zielony Laur“] für sachkundiges Energiemanagement ausgezeichnet.
Die Lagerstätte „Sieniawa“, gelegen bei Sieniawa im Lebuser Land, ist eine der meist bekannten und am längsten abgebauten Braunkohlelagerstätten Polens. Die Geschichte seiner Entdeckung reicht bis in die Hälfte des 19. Jhs. zurück, als am 6. April 1853 das Königlich-Preußische Bergamt ein Grubenfeld unter dem Namen „Emilienglück“ verliehen hat.

Der Abbau von Braunkohle begann in Sieniawa im Jahre 1873. Die Grube „Emilienglück“, ab 1898 als „Vereinigtes Emilienglück“ tätig, gehörte ursprünglich zu der Junkerfamilie von Bockelberg. 1918 ging sie in den Besitz der Gesellschaft Anhaltische Kohlenwerke AG mit Sitz in Halle über. Die Kohleproduktion vor 1939 erreichte zeitweise bis zu 80 Tsd. Tonnen jährlich.
Das im letzten Kriegsjahr zerstörte und verwüstete Bergwerk wurde 1950 wieder in Betrieb genommen als Staatliches Braunkohlebergwerk „Sieniawa“. 1950 wurden 8,6 Tonnen Braunkohle gefördert, aber die Produktion stieg schnell auf 137,5 Tsd. Tonnen im Jahre 1958. Der Kohleabbau erfolgte nach der Säulenmethode, gefördert wurden Kohleschichten oberhalb der unterirdischen Gewässer. Es wurde eine relativ gute Nutzungszahl der nutzbaren Vorkommen von 20-40 Prozent erreicht. Die historisch höchste Förderung von 209,1 Tsd. Tonnen wurde 1983 verzeichnet.

1997 wurde mit der Stilllegung des Braunkohlebergwerks „Sieniawa“ begonnen. Es war der einzige Braunkohle-Untertagebau in Polen. 2002 wurde die Liquidation des Staatlichen Betriebs Braunkohlebergwerk Sieniawa abgeschlossen. Glücklich für die Region ist es gelungen, Kapitalgeber zu finden, die die Abbautätigkeit fortsetzen möchten. Nach Einholung einer Bergbaulizenz begann das neue Braunkohlebergwerk SIENIAWA GmbH [Kopalnia Węgla Brunatnego SIENIAWA Sp. z o.o.] im Oktober 2002 mit den Abbauarbeiten.
Charakteristisch für die ganze Betriebsdauer des Braunkohlebergwerks „Sieniawa“ ab 1950 sind keine Beziehungen mit der an das öffentliche Stromnetz angeschlossenen Energiewirtschaft, für welche die Braunkohle ein Grundrohstoff wäre (alle sonstigen Bergwerke arbeiten für die in ihrer Nähe errichteten Kraftwerke). Die ganze Bergwerksproduktion wird an lokale Heizwerke, Kesselanlagen für Wohnsiedlungen, individuelle Kunden und Betriebe, die Braunkohle nicht verstromen, geliefert. Das hängt damit zusammen, dass die ganze Fördermenge zu Sortimenten nach Kundenwunsch verarbeitet wird.

Das Bergwerk „Sieniawa“ beweist auch, dass die Bergbauförderung und die Natur im Lebuser Land nebeneinander bestehen können. Ein Beweis hierfür ist die Tatsache, dass 1985 im ehemaligen Bergbaugebiet und in angrenzenden Gebieten nach 100 Jahren Bergbauförderung der Lagower Landschaftsparks [Łagowski Park Krajobrazowy] gegründet wurde. Die richtig durchgeführte Rekultivierung fand die Anerkennung des Nationalen Fonds für Umweltschutz und der Ministerien: für Wirtschaft, Staatsvermögen und Umwelt.